Die Entwicklung der Immobilienpreise in Deutschland

18. März 2020

Die Immobilienpreise in Deutschland befinden sich konstant im Anstieg. Vor allen Dingen in den großen Städten und urbanen Gebieten wachsen die Kosten für Mietwohnungen und Häuser weiter an. Ein Ende dieser Entwicklung ist grundsätzlich nicht in Sicht.

 

Metropolen werden teilweise unerschwinglich

 

Die Wohnkosten für zwei der größten deutschen Städte Berlin und München sind in der letzten Dekade um satte 150 Prozent gestiegen. Damit liegen sie zwar in dieser Hinsicht an der Spitze des Gesamtklassements, doch die Tendenz geht auch fernab der Spitze in diese Richtung. Ein Grund hierfür ist die weiterhin zunehmende Attraktivität der Großstädte gegenüber ländlichen Gebieten. Insbesondere junge Menschen rechnen sich größere Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus und ziehen das Stadtleben mit den mannigfaltigen sozialen Angeboten auch in gesellschaftlicher Hinsicht vor.

 

Der Preiszuwachs der Immobilien in den großen Städten lässt übrigens nicht immer auch einen Rückschluss auf eine tatsächliche Überteuerung zu. Während der Kaufpreis pro Quadratmeter in Berlin 2009 bei 1600 Euro lag, war er in München fast doppelt so hoch. Auch andere Städte liegen beim Kaufpreis-pro-Quadratmeter-Verhältnis vor Berlin.

Dagegen bewegen sich ländliche Gebiete auf konstant niedrigem Niveau. Und auch in den Städten im Wandel begriffener Regionen wie dem Ruhrgebiet sind die Preise deutlich günstiger. Darüber hinaus gibt es ein Ost-West-Gefälle. Während die Preise in den westlichen Bundesländern rasant anwachsen, stagniert das Preisniveau für Immobilien in den östlichen Landesteilen Deutschlands.

 

Ursachen für die steigenden Preise

 

Einer der wichtigsten Gründe für die steigenden Immobilienpreise liegt selbstverständlich in der nach wie vor signifikanten Landflucht begründet. Städte erleben demografisch gesehen weiter Zuwachs, da viele Unternehmen aus dem tertiären Sektor urbane Filialen unterhalten und alte Zentren der Wirtschaft (z.B. Energietechnik und Bergbau) immer unwichtiger werden. Ländliche Gebiete bieten aufgrund geringerer Infrastruktur weniger lohnenswerte Wirtschaftsstandorte.

Auch der Zuwachs an Studenten zeichnet für die steigenden Preise verantwortlich. Renommierte Universitäten befinden sich vor allem in großen Städten. Verhältnismäßig günstige Wohnungen werden daher häufig von zweistelligen Parteienzahlen angelaufen. Zur wachsenden Nachfrage trägt auch die wachsende Anzahl von Singlehaushalten bei. Hieraus resultiert eine Zunahme an Wohnraum pro Einwohner.

Ein weiterer Problemfaktor für die Immobilienteuerung findet sich in der Niedrigzinspolitik der EZB. Diese zwingt Geldanleger dazu, nach rentablen Anlagen Ausschau zu halten, die sich heutzutage oftmals in Immobilieninvestitionen anbieten.

 

Entwicklung der Immobilienpreise: Ein Blick in die Zukunft

 

Es ist derzeit nicht abzusehen, wann die allgemeine Erhöhung der Kauf- und Mietpreise vor allem in urbanisierten Regionen enden wird. Aufgrund des größeren arbeitstechnischen und sozialen Angebots zieht es immer mehr Menschen in die Städte. Gleichzeitig sinkt die Anzahl an Immobilien, die von einem sozialen Verband (Familie, Freunde, Mitbewohner o.ä.) genutzt werden.

Wegen des vielfältigen Ursachenkomplexes und weiterhin andauernder sozialer und wirtschaftlicher Entwicklungen ist eine Eindämmung des Preisanstiegs in naher Zukunft unwahrscheinlich.